KONSUMENT.AT - Supermärkte im Ethiktest - Nachhaltig nur in Nischen

Supermärkte im Ethiktest

Nicht wirklich super

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KONSUMENT 12/2011 veröffentlicht: 23.11.2011

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Nachhaltig nur in Nischen

Der alles übergreifende Schwachpunkt der Branche ist jedoch, dass "Nachhaltigkeit“ stark auf Randbereiche konzentriert ist. Ökologische und soziale Zielsetzungen sollten aber nicht in Nischen ausgelagert werden, sondern vielmehr auch das Kernsortiment erfassen. Man reagiert auf gesellschaftliche "Reizthemen" wie eben die Käfigeier oder leergefischte Ozeane, es bleibt jedoch bei Ansätzen, die nicht auf die konventionellen Produktsparten ausgedehnt werden.

Marks & Spencer: ehrgeizig 

Die internationalen Vorreiter sind da wesentlich ambitionierter: Marks & Spencer beispielsweise verfolgt das Ziel, dass bis 2020 alle Produkte im Sortiment zumindest ein Nachhaltigkeitskriterium aufweisen. Rewe ist hierzulande bislang das einzige Unternehmen, das Bewegung in diese Richtung signalisiert. Das Eigenlabel "Pro Planet" soll konventionell hergestellte Produkte zieren, die Umwelt und Gesellschaft deutlich weniger belasten. Doch die Kriterien und deren Überprüfung sind nicht ausreichend transparent und die Anzahl der ausgezeichneten Produkte bleibt begrenzt; der Großteil des Kernsortiments bleibt weiter unberührt.

Non-Food: Ansätze zu Nachhaltigkeit sichtbar

Vor allem im sogenannten Non-Food-Bereich (alle Produkte, die nicht Lebensmittel sind) sind erst Ansätze zu mehr Nachhaltigkeit sichtbar. Während bei Lebensmitteln ein Basis-Sortiment von Bioprodukten bereits selbstverständlich ist, gibt es beispielsweise bei Bekleidung nur vereinzelt Fairtrade- oder Bio-Angebote. Reinigungsartikel und Hygienepapier sind fallweise mit dem (Österreichischen) Umweltzeichen ausgezeichnet. In der Schweiz ist man weiter: So liefern sich Migros und COOP ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel "Weltweit größter Anbieter von fairer Baumwolle"; und es werden eigene Forschungsprojekte durchgeführt, mit dem Ziel, die Versorgung mit nachwachsenden Rohstoffen sicherzustellen.

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Kommentare

  • und nicht nur Schnittlauch
    von domo22 am 01.02.2012 um 19:33
    auch Knoblauch kommt aus China,allerdings nicht nur bei Hofer....
  • Schnittlauch aus Indien
    von kiara190461 am 27.12.2011 um 18:30
    Hofer macht groß Werbung für seine Bio-Produkte und wie viel CO2 denn damit nicht eingespart werde, verkauft aber gleichzeitig Schnittlauch aus Indien.