KONSUMENT.AT - Werbung mit Gesundheits-Versprechungen - Nur ein Fünftel der eingereichten Aussagen schaffte es

Werbung mit Gesundheits-Versprechungen

Schluss mit leeren Behauptungen

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veröffentlicht: 10.07.2012, aktualisiert: 18.04.2013

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Anträge auf Zulassung großteils abgelehnt

Die EFSA siebte unzureichend belegte gesundheitsbezogene Angaben in großem Umfang weiter aus. Die Bewertung der Angaben zu „allgemeinen Funktionen“ wurde von der EFSA letztes Jahr abgeschlossen. Lediglich ein Fünftel der eingereichten Claims hatte den Eintrag auf die Gemeinschaftsliste geschafft. Positiv bewertete Claims bezogen sich beispielsweise auf Vitamine und Mineralstoffe; auf bestimmte Ballaststoffe im Zusammenhang mit der Regelung des Blutzuckerspiegels, des Blutcholesterinspiegels beziehungsweise der Gewichtskontrolle; auf Fettsäuren und Herzfunktionen.

"Kein Zusammenhang zwischen Lebensmittel und zugeschriebenen Wirkungen"

Beim Großteil der eingereichten Claims konnten die Sachverständigen allerdings keinen Zusammenhang zwischen Lebensmitteln und den ihnen zugeschriebenen Wirkungen feststellen. Unter anderem, weil es über die Substanz, auf die sich die Angaben bezogen, zu wenig Informationen oder für angegebene Wirkungen keine ausreichenden Nachweise gab. Angaben waren oft zu wenig genau oder bezogen sich auf ganze Lebensmittelkategorien (z.B. „Milchprodukte“), und konnten daher nicht mit spezifischen Wirkungen in Zusammenhang gebracht werden. Negativ bewertete Claims bezogen sich vor allem auf „probiotische“ Bakterienstämme. (Mit ihrer angeblich besonders gesundheitsfördernden Wirkung werden vor allem Milchprodukte beworben). Die behauptete Wirkung war in vielen Fällen nicht wissenschaftlich belegt beziehungsweise hatten die Antragsteller die eingesetzten Probiotika zu wenig genau (nicht stammspezifisch) beschrieben. Von der EFSA abgelehnte Health-Claims werden in eine Negativ-Liste aufgenommen.

Aufwendiges Zulassungsverfahren

Möchten Lebensmittelhersteller mit Angaben zu "neuen Wirkungen“, mit Angaben zur Verringerung des Krankheitsrisikos beziehungsweise mit Angaben zur Entwicklung oder der Gesundheit von Kindern werben, müssen sie die Zulassung der jeweiligen Angabe individuell beantragen und wissenschaftliche Nachweise vorlegen, die die gesundheitsbezogenen Angaben belegen. Nach genauer Überprüfung schlägt die EFSA der Europäischen Kommission vor, ob der jeweilige Health Claim angenommen oder abgelehnt werden soll. Positiv beurteilte und von der europäischen Kommission genehmigte Angaben zu "neuen Wirkungen" werden auf Antrag des Lebensmittelherstellers in die Gemeinschaftsliste eingetragen.

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