KONSUMENT.AT - Werbung mit Gesundheits-Versprechungen - Gesundheitsbezogene Werbeslogans 1.600 verboten, 220 zugelassen

Werbung mit Gesundheits-Versprechungen

Schluss mit leeren Behauptungen

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veröffentlicht: 10.07.2012, aktualisiert: 18.04.2013

Inhalt

Danone: Actimel und Activia

Negative Beurteilungen durch die EFSA werden von den Lebensmittelherstellern wegen drohender Imageschäden naturgemäß gefürchtet. Danone hat beispielsweise bereits Anträge auf Zulassung von Werbesprüchen für Actimel und Activia von sich aus vor der Prüfung durch die EFSA wieder zurückgezogen.

Slogans zu Vitaminen und Mineralstoffen genehmigt

Bei der EFSA werden laufend neue Anträge auf Zulassung gesundheitsbezogener Werbeaussagen eingebracht. Zuletzt wurden vor allem solche positiv bewertet, in denen ein Zusammenhang zwischen bestimmten Pflanzeninhaltsstoffen (Pflanzensterolen beziehungsweise Beta-Glucanen von Hafer) und einer Senkung des Blutcholesterinspiegels aufgezeigt wird. Eingereichte Kinder-Claims wurden zu einem hohen Anteil abgelehnt – darunter etwa die Aussage, dass Kinderschokolade beim Wachstum hilft.

Kalzium und Vitamin D für die Knochen von Kindern

Akzeptiert wurden beispielsweise Angaben, die die Bedeutung von Kalzium und Vitamin D, sowohl gemeinsam als auch getrennt, für das Wachstum und die Knochenentwicklung von Kindern zum Thema hatten. Der Trend, dass vor allem Vitamine und Mineralstoffe positiv bewertet werden, hielt weiter an. Claims, die ausschließlich für eingetragene Marken beziehungsweise für bestimmte Produkte gelten, fielen bei der Bewertung häufig durch; sehr allgemein gehaltene Aussagen – z.B. „Molke ist gut für die Gesundheit“ – ebenfalls.

Nur wenige Claims zugelassen

Die Tatsache, dass insgesamt nur wenige Claims zugelassen wurden (bis jetzt rund 220), zeigt: Viele verwendete Werbeaussagen waren nicht abgesichert. 1.600 gesundheitsbezogene, wissenschaftlich nicht fundierte Werbeslogans wurden explizit verboten. Mit der Verabschiedung der Listen durch die EU-Kommission und der Veröffentlichung im Europäischen Amtsblatt müssen negativ beurteilte Claims nun binnen sechs Monaten von den Lebensmittelpackungen genommen werden und dürfen auch in der  Werbung nicht mehr verwendet werden. Auf Basis neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse können Lebensmittelhersteller allerdings eine erneute Überprüfung bereits abgelehnter gesundheitsbezogener Werbeslogans beantragen.

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