KONSUMENT.AT - Flüge, Hotels, Geräte: Falsche Preisangaben - Faktor Zeit

Flüge, Hotels, Geräte: Falsche Preisangaben

Vorsicht bei Online-Schnäppchen

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KONSUMENT 2/2017 veröffentlicht: 26.01.2017

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Faktor Zeit

Denn auch wer bereits eine Buchungsbestätigung per Mail erhalten hat, ist damit noch nicht auf der sicheren Seite: „Bei online geschlossenen Verträgen werden oft automatische Mails verschickt; das bedeutet jedoch noch nicht, dass das Unternehmen den individuellen Vertrag bereits geprüft hat. Bei einem offensichtlichen Preisfehler kann das Unternehmen den Vertrag bis zu drei Jahre später noch anfechten“, erläutert Forster.

Konkret bedeutet das: Auch wenn ein Flug bereits Monate im Voraus gebucht wurde, kann die Airline den Transport kurz vor dem Abflug noch verweigern. Ist der Preisfehler allerdings nicht offensichtlich und hat der Kunde im Vertrauen auf den Vertrag weitere Leistungen gebucht, etwa Hotel oder Mietwagen, wird der Anbieter mit einer Irrtumsanfechtung vor Gericht nicht durchdringen.

Acht Nächte um 153 Euro

Mit dem Phänomen fehlerhafter Preisauszeichnungen im Internet sieht sich das EVZ im Übrigen nicht nur im Zusammenhang mit Flugtickets konfrontiert. Auch bei elektronischen Geräten oder Hotelbuchungen kommt dies vor. Erst kürzlich hatte Barbara Forster einen deutschen Urlauber am Telefon, der über die Website eines Tourismusverbandes einen Urlaub für zwei Personen in Österreich gebucht hatte: acht Übernachtungen im 4-Sterne-Biohotel mitten in der Hauptsaison für sage und schreibe 153 Euro.

Das Hotel hatte sich direkt an den Konsumenten gewandt und diesen darüber aufgeklärt, dass das Buchungssystem des Tourismusverbandes zum Buchungszeitpunkt gerade umgestellt worden sei und daher ein falscher Preis angeführt war. Normalerweise hätte der Gesamtpreis für diese Buchung demnach rund 1.500 Euro betragen.

Gerechtfertigte Irrtumsanfechtung

„Eine Preisdifferenz von über 90 Prozent und ein Tagespreis von 9,55 Euro pro Person sind in einem österreichischen 4-Sterne-Hotel in der Hauptsaison einfach illusorisch. Das hätte dem Konsumenten auffallen müssen, die Irrtumsanfechtung des Hotels war daher gerechtfertigt“, sagt EVZ-Juristin Forster.

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