KONSUMENT.AT - Schattenarbeit: Leser berichten - Banken nicht billiger

Schattenarbeit: Leser berichten

Gestohlene Zeit

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KONSUMENT 5/2016 veröffentlicht: 28.04.2016, aktualisiert: 24.11.2016

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Banken nicht billiger

Ich nutze Internetbanking sehr intensiv. Trotzdem würde ich sagen, dass die Bankspesen durch Onlinebanking nicht wirklich billiger geworden sind. Die Sicherheitsvorkehrungen und die Grundsoftware des Internets brauchen ebenso Wartung und Kontrollen.
Die moderne Technik unterstützt unsere Arbeit enorm. Der Mensch ist trotz seiner Fehler noch immer ein verlässlicher Faktor, den man nicht wegrationalisieren darf. 
Werner Strasser

Teurer Umbau, weniger Kassen

Kontoauszüge in Bankfilialen selbst drucken, den gefühlt 7468-stelligen-IBAN-BIC-PIN-PUK-PASSWORT-ID-Erlagschein ausfüllen, dann SB-Tanken: Früher gab es sogar gratis ein – mehr oder weniger - verschmiertes-Scheibenwaschen, Reifendrucküberprüfen plus Lächeln dazu oder mit dem Einchecken an Flughäfen.  Einleuchtend schon deshalb, da neben jedem Automaten eine Airlinehostess zum Erklären des Automaten mit gequältem Lächeln angeschraubt wird.

Eine Bank in Wien-Hietzing beispielsweise hat seit kurzem nach einem sündhaftteuren Umbau nur mehr 1 statt vormals 3 Kassen, dafür werden an einem barähnlichen Stehpult davor von einer freundlichen Dame "Tickets" wie sonst nur bei unseren Magistratsabteilungen verteilt und man selbst zum "Einstweilen-Platznehmen" verdonnert. Bei Wartezeiten von bis zu 25 Minuten nimmt man dieses Service gerne in Anspruch, vorausgesetzt, die Mittagspause ist lange genug. Enttäuschenderweise gab es Sekt und Brötchen nur ein einziges Mal: am Tag der Wiedereröffnung.

Lustigerweise haben mittlerweile nicht einmal mehr Handwerker ihr ureigenstes Werkzeug dabei, weshalb sonst wird man immer öfter gefragt: "hams an ..... Kübel, Fetzn, Schraubenzieher, a Leiter oder an Kaffee"? Zu Ende gedacht graut einem schon vor dem nächsten Besuch beim Zahnarzt oder Anwalt, wenn man wieder einmal den Bohrer oder den Rechtskommentar sträflicherweise nicht selbst zum Termin mitgebracht hat.
Andreas Eckmair

BAWAG-PSK: Kunde als unbezahlter Mitarbeiter

Dass man sich als Kunde im Laufe der Jahre seine Bankgeschäfte immer mehr selbst erledigt, daran hat man sich schon gewöhnt. Das Einlesen der Zahlungsüberweisungen in den Automaten im Foyer ging zuletzt relativ  problemlos. Man schob den jeweiligen Zahlschein in das Gerät, dieser wurde auf der Rückseite abgestempelt und somit die Einlesung bestätigt. Konnte das Gerät etwas nicht lesen wurde man am Bildschirm informiert,  konnte dieses ausbessern und nochmals einscannen.
Nun hat sich die BAWAG-PSK etwas Neues ausgedacht: Man muss nach dem Einlesen selbst am Bildschirm alle Zahlen nochmals überprüfen und die Richtigkeit bestätigen, bevor der Vorgang in die Weg geleitet wird. Kann das Gerät einen Eintrag nicht lesen, wird dieser zwar angenommen aber eine Bearbeitungsgebühr verlangt. Ein Ausbessern und nochmaliges  Einlesen ist nicht mehr möglich. Als Kunde kann ich diesen Vorgang nicht mehr beeinflussen. Nach welchen Kriterien die Ablehnung erfolgt, damit ich künftig darauf achten kann, konnte mir die BAWAG-Mitarbeiterin auch nicht beantworten. Sollten Kunden mit mehreren Überweisungen warten, ist eine Warteschlange bereits vorprogrammiert. Auf meine Einwände hin meinte sie nur, ich könnte ja auf Telebanking umsteigen. Damit dürfte sie wohl auch den eigentlich Zweck der Sache ausgesprochen haben. Nämlich dass die  Kunden immer mehr in Richtung Telebanking gedrängt werden sollen, um den Personalstand immer weiter zu verringern. Menschen, welche sich mit  Computern nicht auskennen bzw. keinen haben - auch solche soll es  geben - bleiben dabei auf der Strecke.
Name der Redaktion bekannt

Bankomatkarte

Banken verlangen für die Bankomatkarte im Quartal 4,90 Euro (BA) damit man überhaupt die Möglichkeit hat, vom Kontoauszug bis zur Überweisung und Geldabhebung Selfservice rund um die Uhr zu betreiben. Wobei "rund um die Uhr" bei etwas Planung leicht zu vermeiden ist.
Werner Einfalt

Bank: neue Produkte verkaufen

Ich habe mein Gehaltskonto von Beginn an immer bei der gleichen Bank. Vor Jahren ist man mit den Erlagscheinen und sonstigen Anliegen zum Schalter gegangen. Von einem/r Angestellten wurden Buchungen, Einzahlungen, Abhebungen usw. erledigt. Heute geht man zum Automaten, hebt Geld ab, wirft Erlagscheine ein, druckt Kontoauszüge aus. Oder man macht das überhaupt von zu Hause aus – mit Telebanking. Angestellte (sofern noch welche vor Ort sind) „dürfen“ solche Dienstleistungen nicht mehr machen und verweisen auf die Automaten. Ihre Aufgabe ist nur mehr neue Produkte zu verkaufen. Sie müssen Vorgaben einhalten und unter Zeitdruck immer mehr Produkte verkaufen.

Dafür, dass man das heute alles selber machen muss, zahlt man eine Kartengebühr, Kontoführungsgebühr und für jede Buchungszeile eine Gebühr. Wer davon profitiert liegt wohl auf der Hand. Die Bank kassiert, dass sie mit meinem Geld arbeiten und Gewinne machen können und vom Kunden werden Gebühren verlangt.
Beatrix Eiletz

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Kommentare

  • Selbstbedienungskasse
    von jtmayer am 05.11.2018 um 11:06
    Ich bin nicht bereit Selbstbedienungskassen zu benutzen. Es ist vor allen für ältere Personen schlichtweg unzumutbar, und vernichtet Arbeitsplätze.
    Sollte es keine Supermärkte mit Kassenpersonal mehr geben , werden kleine
    Läden wieder interessanter.
  • Schattenarbeit: Zeitfresser
    von epo1959 am 18.06.2016 um 11:52
    Wir haben es in der Hand wie die Firmen uns behandeln, dazu ein gutes Buch von Graig Lambert mit dem Titel "Zeitfresser".