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Schattenarbeit: Leser berichten

Gestohlene Zeit

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KONSUMENT 5/2016 veröffentlicht: 28.04.2016, aktualisiert: 24.11.2016

Inhalt

Post, Bank, Bahn - eine Frechheit

Banken: Ältere Menschen kennen sich mit diesen neumodischen Maschinen = Computer absolut nicht aus, von E-Banking ganz zu schweigen. Wohin soll das führen? Die Bank Austria hat in meiner unmittelbaren Umgebung in den letzten Jahren sechs Filialen geschlossen. Als ich mich beschwerte meinte der Bankbeamte in der Filiale der ehemaligen Tabak-Regie in Wien-Ottakring: Früher mussten die Leute auch mit der Straßenbahn zur Bank fahren. Besten Dank, liebe Bank Austria. Mich haben sie als Kunde verloren.
Bahn: Ein Schalter geöffnet, davor eine Riesenschlange, ansonsten nur Automaten, und im Zug Strafzahlungen.
SB-Restaurants: Mit den Speisen auf dem rutschigen Tablett erst bei der Kasse anstellen, dann zum Tisch jonglieren! Das Angebot manchmal nicht sehr appetitlich, mit halb vertrockneten Speisen und/oder halb leeren Warmhaltewannen und gatschweichen, gefüllten und verpackten Weckerl. Es kommt die Erinnerung an die Ausspeisung nach dem Krieg hoch, aber da waren wir ausgehungert und haben alles gegessen.
Wovon sollen die Menschen in Zukunft leben, wenn es keine Arbeit mehr gibt? 
Monika Schirmer

ÖBB-Automat und Ausländer

Ich wohne in Traiskirchen und benutze fast wöchentlich die Badnerbahn nach Wien. Bisher konnte man die Fahrkarten immer im Stationsgebäude kaufen, was in Anbetracht der Ausländer, die sich dort herumtreiben, sehr angenehm war. Nun ist der Verkaufsschalter geschlossen. Ein Automat, der im Freien steht, hat nun die Funktion des Fahrkartenverkaufs übernommen. Man muß als älterer Mensch die Brille aus der Handtasche nehmen, den Automaten studieren, was in Anbetracht der möglichen Tickets nicht einfach ist, und dann noch in der Geldbörse das passende Geld suchen. Das alles vor ungefähr 30 bis 40  Menschen, deren gute Absichten nicht eindeutig erkennbar sind. Zum Glück kann man in Baden noch Vorverkaufsscheine kaufen, allerdings ist es fraglich, wie lange noch. Im Normalfall habe ich mit Automaten, wie z.B. in meiner Hausbank kein Problem, da befinde ich mich im geschützen Raum und es stehen auch Mitarbeiter für Fragen zur Verfügung.
Liliane Loserth

Fahrkartenautomaten der ÖBB

In letzter Zeit funktionieren die Automaten im Zug fast nicht. Teilweise habe ich auch erlebt, dass ein ganz anderer Buchstabe am Eingabefeld des Bahnhofes erscheint, als man gedrückt hat. Für ältere Menschen ist die Eingabe nicht zumutbar. Wenn man die Punkte nicht genau von oben nach unten abarbeitet, muss man wieder von vorne beginnen.
Dann das Personal: Die meisten Kontrollen verlaufen klaglos. Aber ein Zugbegleiter hat mich als den einzigen Trottel in diesem Zug hingestellt, weil ich ihm die Fehlfunktion des Automaten erklären wollte. Wenn die Automaten nicht funktionieren, warum kann der Zugbegleiter nicht gleich die Fahrkarten verkaufen? Der Kauf der Karten im Internet ist für mich daher eher besser. Aber bei spontanen Fahrten ist das nicht möglich. Ich habe zwar ein Handy mit Internetmöglichkeit, das funktioniert aber auch nur in Ballungsräumen. Am Land ist die Verbindung schwer bis gar nicht möglich.
Werner Strasser

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Kommentare

  • Selbstbedienungskasse
    von jtmayer am 05.11.2018 um 11:06
    Ich bin nicht bereit Selbstbedienungskassen zu benutzen. Es ist vor allen für ältere Personen schlichtweg unzumutbar, und vernichtet Arbeitsplätze.
    Sollte es keine Supermärkte mit Kassenpersonal mehr geben , werden kleine
    Läden wieder interessanter.
  • Schattenarbeit: Zeitfresser
    von epo1959 am 18.06.2016 um 11:52
    Wir haben es in der Hand wie die Firmen uns behandeln, dazu ein gutes Buch von Graig Lambert mit dem Titel "Zeitfresser".