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Messenger-Apps: Viber, Wire, Threema, ...

Alternativen zu WhatsApp

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KONSUMENT 5/2019 veröffentlicht: 25.04.2019

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Sicherere Alternativen: Wire

Kommen wir zu jenen Messengern, die auch hinsichtlich des Datenschutzes empfehlenswerte Alternativen zu WhatsApp darstellen. Da ist etwa Wire, ein Schweizer Dienst auf Basis von Open-Source-Software. Ähnlich wie bei Telegram ist eine geräteübergreifende Nutzung möglich, weshalb die Daten verschlüsselt auf einem Server zwischengespeichert werden.

So wie bei den übrigen bisher genannten Messengern muss man sich bei Wire persönlich registrieren, kann aber alternativ zur Handynummer eine E-Mail-Adresse angeben. Der Abgleich der Kontakte erfolgt verschlüsselt und sie werden nicht bei Wire gespeichert.

Alternativ kann man den Dienst auch dann nutzen, wenn man ihm den Zugriff auf die Kontakte verweigert. In diesem Fall muss man mit jedem Kommunikationspartner die Kontaktdaten austauschen und verifizieren. Auch Wire speichert persönliche Daten sowie Gerätedaten und gibt sie fallweise an Anbieter in der EU oder der Schweiz weiter.

Das dient eigenen Angaben zufolge zur Bereitstellung des Service bzw. zum Schutz der unternehmenseigenen Rechte. Zudem wird darauf hingewiesen, dass diese Daten im Fall eines Verkaufs des Messengers an ein anderes Unternehmen übertragen werden können (was ja auf die Konkurrenz ebenso zutrifft). Die Übermittlung anonymisierter Nutzungsstatistiken kann man deaktivieren.

Threema aus der Schweiz

Ein Name, der häufig fällt, ist Threema – ein Dienst, der gleichfalls in der Schweiz angesiedelt ist. Als Minuspunkt wird oft angemerkt, dass die App kostenpflichtig ist. Einmalige 2,99 Euro sollten aber nicht das Hindernis sein; eher schon die Tatsache, dass es sich in diesem Fall bei der App nicht um Open Source handelt (beim Verschlüsselungsstandard hingegen schon).

Threema ist jedenfalls der einzige Messenger, der auf Wunsch größtmögliche Anonymität bietet. Die Registrierung mit Handynummer oder E-Mail-Adresse ist ebenso optional wie der anonymisierte Abgleich der Kontakte (so wie bei Wire kann man alternativ eine persönliche Verifizierung mittels QR-Code vornehmen). So oder so erhält jeder Nutzer eine zufallsgenerierte Threema-ID. Der Dienst betont, dass keinerlei persönliche Daten bzw. Nutzungsdaten gespeichert werden. Auch die Threema-ID ist dem Anbieter nicht bekannt.

Achtung! Auf die Option, den eigenen Standort zu übermitteln, sollten Sie besser verzichten, da hier die Google-Standortdienste zum Einsatz kommen.

Snowdens Signal

Bleibt noch der unter anderen vom ehemaligen CIA-Mitarbeiter und Auslöser der NSA-Affäre Edward Snowden empfohlene Messenger Signal. Das allein ist natürlich noch kein ausreichender Grund, diesen Dienst als das Nonplusultra anzupreisen. Das tun wir auch nicht, denn wie in den anderen Fällen gibt es Pros und Kontras.

Zu Letzteren zählt etwa, dass das Unternehmen in den USA sitzt und der dortigen Rechtsprechung unterliegt. Anders als bei Threema ist es nicht möglich, vollständig anonym zu bleiben, weil man eine Telefonnummer angeben muss. Der Benutzername hingegen ist frei wählbar und wird auch nicht an Signal übertragen. Der Ablgleich der Kontaktdaten erfolgt verschlüsselt und ebenfalls ohne Datenspeicherung.

Verschlüsselte Nachrichten werden nur dann zwischengespeichert, wenn das Gerät des Empfängers gerade offline ist. Sonst gibt es kein Backup, die Nachrichten sind ausschließlich auf den jeweiligen Endgeräten gespeichert. Die App ist Open Source, so wie auch die verwendete Verschlüsselungstechnologie (die übrigens auch bei WhatsApp zum Einsatz kommt). In den Grundeinstellungen ist Signal einfach gehalten, diverse Komfortfunktionen, die man von anderen Messengern kennt, können freigeschaltet werden (z.B. Lesebestätigungen).

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
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Kommentare

  • Fairchat
    von REDAKTION am 29.04.2019 um 09:53
    Es geht nicht darum, ob heimische Anbieter interessant sind oder nicht, sondern um die grundsätzlichen Auswahlkriterien. Berücksichtigt haben wir in diesem Fall jene Apps, die am meisten genutzt werden bzw. denen man bei der Suche im Internet bzw. in den App-Stores am häufigsten begegnet. Es gibt noch weitere "kleine" Anbieter, die deshalb nicht berücksichtigt wurden. Aber wir nehmen Ihren Hinweis gerne zum Anlass, um uns mit Fairchat näher zu beschäftigen - nicht obwohl, sondern gerade weil es sich um einen österreichischen Anbieter handelt. Ihr KONSUMENT-Team
  • Anbieter aus Vorarlberg Fairkom - Fairchat
    von robsch am 28.04.2019 um 08:07
    Ich hatte mir erhofft, in diesem Artikel auch etwas über der österreichischen Anbieter Fairkom - Fairchat zu erfahren. Aber wir (fast) immer sind heimische Firmen uninteressant......
  • Jabber/XMPP-Clients
    von REDAKTION am 23.04.2019 um 14:53
    Vielen Dank für die Ergänzung, mit der Sie absolut recht haben. Die Entsprechung zu Conversations für Android ist ChatSecure für iOS. Allerdings glauben wir, dass für die breite Masse der Nutzer die Hürde für den Umstieg hier noch größer ist als beim Wechsel zu einem der im Artikel genannten Messenger. Ihr KONSUMENT-Team
  • Jabber/XMPP-Clients (z.B.Conversations)
    von petzi am 21.04.2019 um 09:55
    Unbedingt sollten auch die sogenannten Jabber/XMPP-Clients erwähnt werden. Der zusätzliche Vorteil ggü den hier empfohlenen Messengern ist, dass die Server weltweit verteilt sind und die eindeutige Jabber-Id auf einem frei gewählten Server angelegt werden kann (auch ein eigener Server kann betrieben werden). Ein guter und verbreiteter Client dazu ist die App Conversations.