KONSUMENT.AT - Skigebiete - Pistenkilometer: Unrealistische Angaben

Skigebiete

Immer größer

Seite 2 von 7

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 1/2016 veröffentlicht: 10.12.2015, aktualisiert: 15.01.2016

Inhalt

Wenigzell am preiswertesten

Am anderen Ende finden sich viele kleine Skifahrmöglichkeiten an, bei denen man pro Tag 20 bis knapp 30 Euro zahlt. Unser preiswertestes Beispiel ist Wenigzell in der Steiermark, es steht für insgesamt vier Ortsgebiete im Joglland, in denen dieselben Tarife gelten: 19,90 Euro pro Tag. Noch billiger wird es, wenn man nicht den ganzen Tag durchfährt, sondern mit ein paar Stunden das Auslangen findet. Was gerade in kleinen Skigebieten häufig der Fall sein wird.

Satte Preissteigerungen

Im Durchschnitt sind die Preise für Tageskarten heuer um 3,6 Prozent erhöht worden – bei einer Inflationsrate von 0,7 Prozent (!) alles andere als bescheiden. Die Sechs-Tage-Pässe sind gleich um 4,5 Prozent teurer als im Vorjahr. Schuld daran seien die hohen Investitionskosten, wird der Fachverband der Seilbahnen nicht müde zu betonen.

Und: Im langjährigen Vergleich seien die Preise für Skiliftkarten weniger stark gestiegen als die allgemeine Teuerung. Eine Behauptung, die einer seriösen Überprüfung nicht standhält. Seit der Saison 2004/2005, seitdem wir eine systematische Preiserhebung durchführen, sind die Preise für Tageskarten im Schnitt um 41 Prozent, die für 6-Tage-Karten um 47,2 Prozent gestiegen. Der Verbraucherpreisindex stieg in diesem Zeitraum um 23,9 Prozent, also rund halb so stark.

Pistenkilometer: Unrealistische Angaben

Was in der Autobranche der Treibstoffverbrauch und die Abgasemissionen, sind in der Skiwelt die Pistenkilometer – mit der Wahrheit nimmt man es nicht ganz so genau. Trotz der Fachverbandsempfehlung, die Pistenlänge in der Falllinie zu messen und nicht in phantastisch geschwungenen Kurven, sind die Angaben in den meisten Fällen viel höher, als es der Realität entspricht.

Leider geben auch die wenigen Betreiber, die korrekt messen, dies nicht oder nur unauffällig auf ihrer Homepage an – sie verzichten damit auf einen nicht unbeträchtlichen Wettbewerbsvorteil. Nehmen Sie daher die Kilometerangaben als ungefähre Richtlinie für die Größe des Skigebietes – in der Praxis wird es nur für die wenigsten Skifahrer eine Rolle spielen, ob die Region 200 oder 300 Kilometer umfasst.

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
34 Stimmen
Weiterlesen