KONSUMENT.AT - Skipiste und Recht - Skigebiet gesperrt

Skipiste und Recht

Der Überholte hat Vorrang

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KONSUMENT 1/2016 veröffentlicht: 10.12.2015, aktualisiert: 17.12.2015

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Skigebiet gesperrt

Ein vielen Wintersportlern nicht unbekanntes Ärgernis ist es, wenn das Skigebiet wegen schlechten Wetters oder Lawinengefahr gesperrt werden muss. Um das Vergnügen auf der Piste gebracht, muss man sich dann womöglich auch noch mit dem Liftbetreiber herumstreiten, ob man das Geld für nicht zu nutzende Mehrtagesskikarten zurückbekommt oder nicht. Dies passierte einer siebenköpfigen Familie auf dem Kärntner Nassfeld. Zwei Tage lang standen die Lifte wegen erhöhter Lawinengefahr still.

Forderung nach Rückerstattung abgelehnt

Die Forderung nach Rückerstattung der Kosten für die Tageskarten lehnte der Betreiber mit der Begründung ab, dass es sich beim Skisport um Freiluftsport handle, der naturbedingt mit Unsicherheiten behaftet sei. Weiters wurde auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen verwiesen, nach denen eine Rückerstattung der Kosten ausgeschlossen sei.

Zudem, führte die Betreibergesellschaft an, sei die Karte in 32 anderen Skigebieten in Kärnten und Osttirol nutzbar, die Kunden hätten also ausweichen können. Die Zufahrtstraße zum Nassfeld war jedoch aufgrund der Lawinengefahr ebenfalls gesperrt, die Familie konnte also de facto nicht ausweichen.

VKI-Intervention erfolgreich

Der VKI argumentierte in seiner Intervention, dass es den Kunden selbst ohne Sperre der Zufahrtstraße nicht zumutbar gewesen sei, in ein weit entferntes Gebiet auszuweichen, zumal andere Skigebiete in der Region was die Zahl der Lifte und die Pistenkilometer angeht bei Weitem nicht mit dem Nassfeld vergleichbar seien. Der Betreiber müsse deshalb die Kosten für die zwei besagten Tage zurückerstatten.

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