KONSUMENT.AT - Steuern sparen - Neue Regelung 2017

Steuern sparen

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KONSUMENT 3/2017 veröffentlicht: 23.02.2017

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Berücksichtigung von Spenden im Kalenderjahr

Steuerlich relevante Aus­gaben zählen – mit sehr wenigen Ausnahmen – im Steuerrecht immer für das Kalenderjahr, in dem sie beim Spender abgeflossen sind. Mit der neuen Regelung ab 2017, dass die Spenden nicht mehr vom Spender, sondern vom Spendenempfänger an das Finanzamt gemeldet werden, ist natürlich zu berücksichtigen, dass zwischen Geldabfluss beim Spender und Zahlungseingang beim Spendenempfänger einige Tage vergehen können.

Der Gesetzgeber hat daher fest­gelegt, dass der Spendenempfänger alle Zahlungseingänge bis einschließlich 3. Jänner für das vorherige Kalenderjahr zu berücksichtigen hat. Ist dies im Einzelfall nicht ­korrekt (z.B. bei Spenden am 2. Jänner 2017 für das Jahr 2017), so muss der Spender dies dem Spendenempfänger mitteilen.

Anschaffungsnebenkosten bei Wertpapieren

Seit dem Jahr 2011 können ­Anschaffungsnebenkosten wie das Agio (Aufgeld) bei Investmentfonds oder die Kaufspesen bei Aktien und Anleihen nicht mehr den Kaufkosten zugeschlagen werden. Und das Ergebnis dieser Regelung ist klar: Wenn die Anschaffungskosten niedriger sind, ist beim Verkauf der Gewinn höher oder der Verlust niedriger.

Das Bundesfinanzgericht hat diese Regelung jetzt zur Überprüfung dem Verfassungs­gerichtshof vorgelegt und diesem eine Auf­hebung empfohlen, da er in der Regelung einen Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz sieht: Das Abzugsverbot gilt nämlich nur im privaten und nicht im betrieblichen Bereich. Und auch bei der 2012 beschlossenen Immobiliensteuer können Nebenkosten berücksichtigt werden.

Nachweise aufheben

Tipp: Heben Sie alle Unterlagen zum Nachweis Ihrer Kaufnebenkosten, z.B. in Form Ihrer Kaufabrechnungen, auf. Sofern der Ver­fas­sungsgerichtshof den Argumenten des Bundesfinanzgerichtes folgt, können Sie damit höhere Anschaffungskosten nachweisen und so den Gewinn Ihrer Wertpapiergeschäfte steuerlich verringern oder den steuerlichen Verlust erhöhen. Letzteres können Sie zumindest über den Gewinn-/Verlustverrechnungstopf steuerlich nutzen. Die Steuererklärung für 2016 sollte falls möglich erst dann abgegeben werden, wenn der Verfassungsgerichtshof in dieser Frage entschieden hat.

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