KONSUMENT.AT - Streamingwebsites - Kein Vertrag ohne Information

Streamingwebsites

Falle Probeabo

Seite 2 von 3

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 3/2018 veröffentlicht: 22.02.2018

Inhalt

Kein Vertrag ohne Information

Doch selbst wenn in den ­Zahlungsaufforderungen gleich mit einem Inkassobüro und rechtlichen Schritten gedroht werde, solle man sich davon, so der Jurist, nicht gleich einschüchtern lassen. "Der Betreiber muss den Kunden zum Ende des Probeabos gesondert darüber infor­mieren, dass es zu einem kostenpflichtigen Jahresabo kommt, wenn er den Vertrag nicht kündigt. Bleibt diese Erinnerung aus, kommt auch kein weiterführender Vertrag zustande."

Kein Impressum, kein Firmenname

Im Fall von view4u.co erkennt Andreas Herrmann zudem einige Merkwürdigkeiten, die auf ein illegales Angebot hindeuten. So ist auf der Website kein Impressum zu finden. Für Firmen aus Europa ist ein Impressum verpflichtend vorgeschrieben – da sich das Angebot eindeutig an deutschsprachige Verbraucher richtet, wäre davon auszu­gehen, dass es sich um eine europäische Firma handelt. Falls nicht, stellt sich die Frage, warum sie sich nicht zu erkennen gibt und unklar bleibt, mit wem der Vertrag abgeschlossen werden soll.

"Kein gutes Zeichen ist zudem, dass die Website auf keinen Namen oder keine Firma registriert ist. Der Inhaber der Domain möchte offenbar nicht mit seinem Namen in Erscheinung treten", sagt Herrmann. Dies trifft nicht nur für das Streaming-Portal view4u.co zu. Auch von der britischen ­Firma Turqoiz Limited betriebene Portale wie etwa streamflix.de, bigostream.de oder flixago.de arbeiten nach diesem ­Muster. Diese sind inzwischen alle nicht mehr erreichbar.

Unwissen schützt vor Strafe nicht

"Wir haben die Erfahrung gemacht, dass derartige Portale relativ schnell wieder stillgelegt werden", sagt EVZ-Jurist Andreas Herrmann. Er rät zur Vorsicht: "Wer sich Kinofilme auf illegalen Portalen ansieht, kann sich unter Umständen strafbar machen. Auf Unwissenheit kann man sich dann nicht berufen. Wenn man nicht weiß, dass ein Film nicht legal angeboten wurde, bewahrt einen das nicht vor Strafe."

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
10 Stimmen
Weiterlesen