KONSUMENT.AT - Tomaten im Winter - Bio, saisonal, regional: was ist am ökologisch sinnvollsten?

Tomaten im Winter

Aus heimischer Produktion?

Seite 1 von 3

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 2/2020 veröffentlicht: 27.01.2020

Inhalt

Es gibt sie mittlerweile auch im Winter aus heimischer Produktion. Aber ist das ökologisch sinnvoll oder sind bio und saisonal erzeugte Tomaten besser? KONSUMENT gibt Antworten.

Bild: alicja neumiler / Shutterstock.com

Viele Tomatenliebhaber stehen im Winter vor der Frage: Welche Tomaten kann ich guten Gewissens kaufen – heimische, Bio-Ware aus Italien, die aus Spanien? Wann haben Tomaten eigentlich Saison? Und: Welche Tomaten sind tatsächlich nachhaltig? Vorweg: Wer Saisonalität, biologische Erzeugung und Regionalität beim Einkauf berücksichtigt, ist in puncto Nachhaltigkeit auf der sicheren Seite.

Freiland: kurze Saison, geringer Ertrag

Wärme und Licht sind zwei zentrale Faktoren, damit Tomatenpflanzen gedeihen können. Deshalb haben Paradeiser in Österreich im Sommer Saison. Der Freilandanbau, wie man ihn etwa aus dem Garten kennt, spielt für den Lebensmittelhandel keine Rolle. Zu kurz die Saison, zu gering der Ertrag. Die Pflanzen reagieren einfach zu empfindlich auf Umwelteinflüsse wie Nässe oder Kälte.

Um die Saison zu verlängern und die Pflanzen vor der Witterung zu schützen, stammen heimische Paradeiser im Sommer aus Folientunneln oder Glashäusern. Folientunnel-­Tomaten werden etwa zwischen Juni und September geerntet. Hier wird nicht beheizt – das erledigt die Sonneneinstrahlung.

Dünger, Pflanzenschutz, Wasser

In klassischen Glashäusern kann die Saison von März bis November ausgedehnt werden. Das ist durch Beheizung der Glashäuser während der kühlen Monate möglich. Im Gewächshaus wird die Temperatur genau eingestellt – ebenso wie etwa die Düngung, Pflanzenschutz-Maßnahmen oder der Wasserbedarf. Einzig das Licht wurde ursprünglich nicht gesteuert. Im klassischen Gewächshaus-Anbau gab es keine künstliche Beleuchtung für die Pflanzen.

Das Licht war bis vor Kurzem der limitierende Faktor des heimischen Tomatenananbaus. Daher gab es früher von Dezember bis Februar auch keine österreichischen Tomaten. Im Winter sind die Tage in Österreich viel zu kurz für die lichthungrigen Pflanzen.

Hochleistungslampen verlängern die Saison

Die Lösung brachten Hochleistungslampen. Sie bestrahlen die Pflanzen mit geeignetem Licht und sie spenden Wärme. In Kombina­tion mit entsprechend gezüchteten Sorten lässt sich so der Ertrag enorm steigern. Das Manko: Eine solche Hightech-Anlage ist in der Errichtung wie im Betrieb ressourcen- und kostenintensiv. 

Raphael Fink, Umweltzeichen-Team

 

"Wer Saisonalität, biologische Erzeugung und Regionalität beim Einkauf berücksichtigt, ist in puncto Nachhaltigkeit auf der sicheren Seite."


Raphael Fink | Österreichisches Umweltzeichen | rfink@vki.at

 

Die folgenden Seiten dieses Artikels sind kostenpflichtig.
WARUM ZAHLEN?

Abonnenten melden sich hier an:
 
Falls Sie kein Abonnent sind, wählen Sie bitte eine der folgenden Optionen:

KONSUMENT-Abo

58 Euro: 12 Hefte + Online-Zugang  Mehr dazu

KONSUMENT-Online-Abo

36 Euro: 12 Monate Online-Zugang  Mehr dazu

Online-Tageskarte

5,80 Euro: 24 Stunden Online-Zugang  Mehr dazu

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
16 Stimmen

Kommentare

  • Heimisches Wintergemüse
    von REDAKTION am 10.02.2020 um 09:14
    Dazu gehören diverse Kohlsorten wie Weißkohl, Rotkohl, Karfiol, Kohlsprossen, Grünkohl oder Kohlrabi. Ebenfalls dazu zählen unter anderem Wurzelpetersilie, Pastinake, Karotte, Schwarzwurzel, Lauch, Rote Rübe, diverse Kürbissorten, Chicorée und Topinambur.
  • heimisches Wintergemüse
    von Heimtier-Treff am 06.02.2020 um 15:41
    bitte um Info, was alles unter heimisches Wintergemüse fällt
  • Tomaten
    von REDAKTION am 31.01.2020 um 08:43
    In unserem Beitrag geht es um den kommerziellen Handel mit Tomaten und um den Einkauf, nicht jedoch um den Eigenanbau. Die Aussage, "Eigenanbau lohnt sich nicht", findet sich deshalb auch nicht in diesem Artikel. Die Freilandproduktion ist in Österreich nicht von wirtschaftlicher Relevanz, weil die Saison zu kurz ist und die Erträge zu gering. Freilandtomaten sind im Handel allenfalls von regionaler Bedeutung und es kann sich jeder glücklich schätzen, der Zugang dazu hat. Wir sprechen uns im Artikel nicht dagegen aus, Paradeiser selber anzubauen. Auch alle an diesem Artikel beteiligten Kolleginnen und Kollegen machen das.
  • Tomaten
    von VZ68Y7 am 30.01.2020 um 23:31
    Nach meinen Erfahrungen sind die Tomaten aus dem Süden, zumeist Spanien auch im Sommer nicht reif und zumeist wässrig. Geschmacklich zumeist unbrauchbar. Ziehe selbst Cocktailtomaten im Garten, zumeist 25 Stöcke und bis 6 Sorten und wir genießen diese von Juli bis Anfang November. Also hier zu schreiben, Eigenanbau lohnt sich nicht, ist blanker Unsinn. In der restlichen Jahreszeit kaufen wir nur gute österr. Tomaten! zumeist vom Zeiler und die schmecken auch im Winter sehr gut. All dieses unreife Gemüse aus den südlichen Ländern ist zu 90 % weder schmackhaft noch ausgereift.